Darstellendes Spiel 12: Wer hat die Koksosnuss geklaut?

14. JUN 2018 Aktuelles

Krimikomödie des 12er Kurses Darstellendes Spiel.

Es ist ja schon schön, wenn man einem Menschen ein Lächeln abgewinnt. Insbesondere wenn das einer deutschen Komödie gelingt, dabei ist es fast egal, ob wir von einer Komödie im Theater oder im Kino sprechen – der Hauptfehler deutscher Komödien ist bekanntermaßen, dass häufig der Witz fehlt. Wie schön ist es aber, wenn man einen Großteil der Zuschauer in der prall gefüllten Aula in einen Dauerlachzustand versetzt?! Dieses Kunststück ist den 23 Schauspieler*innen des Grundkurses Darstellendes Spiel unter Leitung von Herrn Rudszeck am 6. Juni geglückt.

Die Story ist der eine Teil des Erfolges: Mafiachef 1 befiehlt dem ihm untergebenen Mafiachef 2, eine verlorene Kokosnuss zu finden. Dieser befiehlt wiederum fünf ihm untergebene Mafiosi, diese Kokosnuss zu finden. Sie suchen in der Polizeistation und im Yogastudio, wo sie „nur“ auf Koksosnüsse stoßen, also auf solche, die „Koks“ enthalten, was aber nicht die ultimative Kokosnuss ist. Damit geben sich diese Mafiosi gar nicht erst ab. Man wundert sich darüber, aber das Stück ist herrlich frei davon, alle Zusammenhänge lückenlos erklären zu wollen. Die Darsteller, Texter, Regisseure (und was auch immer man als DS-Schüler*in noch so alles ist) waren im Gegenteil sehr mutig, zugunsten einer absurden Komik auf epische Breite zu verzichten. Fündig werden sie, nach Auswertung ominöser Spuren, auf einer Südseeinsel. Dort finden sie jene Kokosnuss, die einen riesigen Diamanten enthält. Alles scheint gut zu sein, allein Chef 1 hat sozusagen noch einen „Chef“ über sich, dem bzw. der der Diamant aber doch noch eine Spur zu bescheiden ausfällt: eine sehr mondäne, etwas arrogante und zu Unzufriedenheit neigende Dame. Die Suche kann weitergehen …

Im Laufe der Suche werden in guter Komödientradition verschiedene Charaktere durch den Kakao gezogen. Dies widerfährt dem eifrig - trotteligen Polizisten genauso wie einem bunten Defilee überdrehter Teilnehmer*innen eines Yogaseminares.

Der Großteil des Erfolges besteht aber darin, dass die Darsteller*innen ihr Stück so toll inszeniert haben. Alle haben ihre Rolle prima verkörpert. Es gelingt jeder und jedem (!) ihre/ seine Figur mit wenigen Dialogen und Gesten sehr präzise zu kennzeichnen. Nicht zuletzt dienen dazu „Klischees“: Yoga praktizieren und permanent Selfies machen sagt aber nun einmal etwas über unsere Zeit aus. Das Zusammenspiel der Figuren wirkte sehr lebendig. Die fünf Mafiosi bewegten sich förmlich in Posen, an denen jeder Maler seine Freude gehabt hätte.

Die Schüler*innen zeigten ein tolles Timing, teils um die Gags wirklich lustig an den Mann zu bringen, teils um Spannung zu erzeugen. So wird mutig lange nichts geredet, nur die Kokosnuss untersucht und man wird als Zuschauer neugierig, was es nun mit ihr auf sich hat. Überhaupt war die Gruppe sehr mutig, zeigte auch in zahlreichen Tanzszenen keine Scheu vor dem Publikum. Im Gegenteil: Die Darsteller schienen in jeder Szene Lust und Spaß zu haben und dieser Funke zündete auch im Publikum.

Eindrucksvoll wurde gezeigt, dass Theater auch Schüler*innen begeistern kann, die eigentlich nicht die schlechthinnigen Theaterfreaks sind, sowohl im Publikum als auch bei den Schauspieler*innen.

Text: Joachim Bayer

Fotos: Susanne Thomas/Ernst Breuer

(siehe Galerie)


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